angedockt - Medienbildung Hamburg - Teil 8:
Medienbildung in Lehre, Wissenschaft und Forschung

Wie ist der aktuelle Stand der Medienbildung an der Hamburger Universität und der HAW? Wo finden Studierende welches Lehrangebot? Ist es inzwischen gelungen, Medienbildung in den Studiengängen der Lehrämter zu verankern? Gibt es in der Lehre, der Evaluation und der medienpädagogischen Forschung Fortschritte? Wo sollte nachgebessert werden?

Es diskutierten

  • Dr. Anke Frieling
    wissenschaftspolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion der CDU
  • Dr. Claudia Lampert
    Wissenschaftlerin am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut
  • Rahel Winter
    Studentin „Bibliotheks- und Informationsmanagement“ an der HAW - Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg
  • Moderation: Nele Heise

Hier gehts zur Aufzeichnung der Veranstaltung auf YouTube


„Muss die Freiheit von Forschung und Lehre darin bestehen, dass die Nachbesetzung der einzigen Professur zur Medienpädagogik an der Universität Hamburg mehr als sechs Jahre dauert?“ Diese Frage von Anke Frieling, wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, blieb leider unbeantwortet. Vielleicht hätte die eingangs gestellte Frage die ebenfalls eingeladene Hamburger Wissenschaftssenatorin, Katharina Fegebank, beantworten können, die jedoch aus terminlichen Gründen abgesagt hatte.

Medienkompetenz ist Demokratiekompetenz, aber…

Auf dem Podium herrschte Einigkeit, Medienbildung sei die zentrale Grundlage für einen selbstbestimmten Medienumgang und mediale Teilhabe und – so wurde betont - Medienkompetenz sei auch als Demokratiekompetenz zu verstehen. Zudem würden Schulpolitiker die Digitalisierung des Unterrichts und die Medienkompetenz „wahnsinnig wichtig“ finden. Nur gebe es derzeit in der Medienstadt Hamburg – so Anke Frieling – „im politischen Raum dazu keine Diskussion“.

Claudia Lampert erinnerte an das von der Hamburger Bürgerschaft beschlossene Rahmenkonzept „Medienkompetenzförderung Hamburg aus dem Jahr 2013. Der damals geforderte Ausbau der Medienkompetenzförderung gelte nach wie vor. Doch sei an Universität und HAW „alles, was mit Medienbildung zu tun hat, derzeit offensichtlich zum Erliegen gekommen“.

Im HAW-Studiengang „Bibliotheks- und Informationsmanagement“ – so Rahel Winter – beschäftige sich wie bei den Uni-Pädagogen ebenfalls derzeit keine Professur mit Medienbildung. Für künftige Bibliothekarinnen sei diese Lücke sehr bedauerlich.

Die große personelle Lücke und ein Formfehler

So kreiste die Diskussion um die „irritierende Lage“ und die „große personelle Lücke“ an Universität und HAW, die nicht nur in der Lehre, sondern auch in der praxisbezogenen Forschung und Evaluation bestehe. Gefordert wurde, die Wünsche der Studierenden nach mehr Medienbildung in der Lehre ernst zu nehmen und das Thema in den relevanten Studiengängen einschließlich aller Lehrämter zu verankern. Anke Frieling forderte, eine „Brücke zwischen Bildungspolitik und Wissenschaftspolitik“. Im Übrigen erstaunte die Antwort des Senats auf die Schriftliche Kleine Anfrage zur mehr als sechsjährigen Dauer der erwähnten Professur-Nachbesetzung und führte in der Diskussion zu kopfschüttelnder Erheiterung: Das eigentlich erfolgreich abgeschlossene Nachbesetzungsverfahren sei letztlich an einem Formfehler gescheitert.

Hinweis

Sendetermine im Programm von TIDE:

TV- Erstausstrahlung
28. November 2020, 20.15 Uhr

Wiederholung
29. November 2020, 14.00 Uhr

Die Diskussion wird auch auf dem YouTube-Kanal von Tide veröffentlicht.


angedockt: Medienbildung Hamburg

Die Sende- und Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation von Mediennetz Hamburg e.V., Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) und TIDE, Hamburgs Communitysender und Ausbildungskanal.

Die FachsprecherInnen für Bildung und Medien aus den Hamburger Bürgerschaftsfraktionen begrüßen die Veranstaltungsreihe und sehen sie als Chance, das Thema „Medienbildung“ in der Stadt sichtbarer zu machen. In Gesprächen betonten u.a. Hansjörg Schmidt, Karin Prien, Farid Müller, Stephan Jersch und Anna von Treuenfels-Frowein, dass die öffentliche Debatte um Medienbildung in der „Digitalen Stadt“ Hamburg unerlässlich ist. Umsetzungsmöglichkeiten und Förderungsbedarf, die daraus entstehen, müsste die Hamburgische Bürgerschaft im Anschluss an das von der Bürgerschaft 2013 beschlossene „Rahmenkonzept Medienkompetenzförderung Hamburg“ mitgestalten und mittragen.

Die Diskussionen werden aufgezeichnet und im Programm von TIDE ausgestrahlt sowie auf YouTube veröffentlicht.