angedockt - Medienbildung Hamburg - Teil 5

Außerschulische Medienbildung braucht Planungssicherheit

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „angedockt: Medienbildung Hamburg“ fand am 27. August 2018 um 18 Uhr im Bramfelder Kulturladen e.V. (Brakula) die 5. angedockt-Veranstaltung statt, diesmal zum Thema „außerschulische Medienbildung“.

Es ging um folgende Fragen:

Wie wird die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen in offenen Angeboten gefördert?
Welche Rolle spielt das außerschulische Lernen an öffentlichen Orten?
Wie wichtig ist das informelle Lernen in unmittelbaren Lebens- und Erfahrungszusammenhängen z. B. in Freizeit- und Jugendeinrichtungen, Bücherhallen, Volkshochschulen und Stadtteilkulturzentren?

Es diskutierten

  • Jan Pörksen, Staatsrat der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI),
  • Werner Frömming, Referatsleiter Kulturprojekte, Hamburger Behörde für Kultur und Medien und
  • Claudia Willke, Geschäftsführerin und Chefredakteurin des Bürger- und Ausbildungskanals TIDE sowie Vorstand des Mediennetz Hamburg e.V.

Das von Ines Bott (NDR) moderierte Podiumsgespräch wurde ergänzt durch Einspielfilme mit medienpädagogischen Praxisbeispielen und Statements von Expert*innen aus dem Publikum.

Jan Pörksen und Werner Frömming machten von Anfang an deutlich, dass sie die außerschulische Medienbildung für wichtig und unterstützenswert halten. Sie erwähnten Praxisbeispiele und ließen erkennen, dass sie bestens vertraut sind mit den politischen Rahmenbedingungen in Hamburg wie etwa den Vor- und Nachteilen der Kooperation von außerschulischer Kinder- Jugendarbeit mit Ganztagsschulen. Allerdings waren die beiden Behördenvertreter überrascht, dass die Akteure der außerschulischen Medienbildung nicht nur Leidenschaft und Kreativität für ihre Arbeit mit in die Diskussion einbrachten. Thematisiert wurde auch, dass eine innovative, pädagogisch gute und langfristige Medienarbeit nur dann erfolgen kann, wenn es für die Institutionen der Medienbildung auch Planungssicherheiten gibt.

Die Tide-Chefin, Claudia Willke, machte vom Publikum unterstützt auch aus Sicht des Mediennetz Hamburg deutlich, im Bereich der Medienbildung fühle sich keine Behörde so richtig zuständig, fehlten Koordination und Ansprechpartner und vor allem die entsprechenden Mittel.

Jan Pörksen macht aus seiner Überraschung über die Finanzierungslücken in der Hamburger Medienbildung keinen Hehl: „Dieses Problem habe ich bislang so nicht wahrgenommen. Gerne nehme ich die Idee mit, zweimal im Jahr alle Beteiligten an einen Tisch zusammen zu holen.“

Auf diesem Weg erhoffen sich die Podiumsgäste einen kontinuierlichen fachlichen Austausch, der über die Frage der Finanzierung hinausgeht und langfristig angelegten medienpädagogischen Aktivitäten für Kinder und Jugendliche den Weg ebnet.


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angedockt: Medienbildung Hamburg

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation von Mediennetz Hamburg e.V., Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) und TIDE, Hamburgs Communitysender und Ausbildungskanal.

Die FachsprecherInnen für Bildung und Medien aus den Hamburger Bürgerschaftsfraktionen begrüßen die Veranstaltungsreihe und sehen sie als Chance, das Thema „Medienbildung“ in der Stadt sichtbarer zu machen. In Gesprächen betonten u.a. Hansjörg Schmidt, Karin Prien, Farid Müller, Stephan Jersch und Anna von Treuenfels-Frowein, dass die öffentliche Debatte um Medienbildung in der „Digitalen Stadt“ Hamburg unerlässlich ist. Umsetzungsmöglichkeiten und Förderungsbedarf, die daraus entstehen, müsste die Hamburgische Bürgerschaft im Anschluss an das von der Bürgerschaft 2013 beschlossene „Rahmenkonzept Medienkompetenzförderung Hamburg“ mitgestalten und mittragen.