14. Hamburger Mediensymposium

Die öffentliche Kommunikation ist ins Rutschen geraten: Diskurse und Gruppen scheinen immer stärker auseinanderzudriften, die politische Social-Media-Kommunikation verändert sich, die Botschaften werden polarisierender, Desinformationskampagnen stärker. Gleichzeitig wird vom Journalismus erwartet, das gemeinsame gesellschaftliche Gespräch am Laufen zu halten.

Was passiert da eigentlich gerade? Wie reagieren Journalismus und andere Stakeholder auf die Veränderungen? Welche Erwartungen stellen wir an traditionelle Medienhäuser und soziale Medien? Und wie können Politik und Regulierung einen gemeinsamen Diskurs vielfältiger Stimmen absichern?

Gemeinsam haben wir beim 14. Hamburger Mediensymposium diese und weitere Fragen beleuchtet.

Statements

Michaela Beck
Geschäftsführerin Handelskammer Hamburg

"Als Handelskammer vertreten wir auch die Interessen der Medienwirtschaft in Hamburg. Journalisten und den Medienbetrieben kommt gerade in der aktuellen Zeit eine besondere Rolle zu. Es ist die Aufgabe der Medien, die vielen Diskussionen zu ordnen, zu erklären und Zusammenhänge darzustellen. Ins Gespräch zu kommen und in einem offenen Austausch zu bleiben ist in der Wirtschaft wie im privaten Umfeld unverzichtbar. Denn nur wer wirklich zuhört, kann Bedürfnisse verstehen, Widersprüche erkennen und erfolgreich zu einer Lösung beitragen."

Foto: Handelskammer Hamburg

Eva-Maria Sommer
Direktorin Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH)

„Die freiheitliche demokratische Grundordnung in Deutschland wird aktuell durch verfassungsfeindliche Kräfte bedroht und unsere Demokratie so spürbar unter Druck gesetzt. Das ist besorgniserregend und nicht akzeptabel. Und dennoch müssen wir stets genau hinschauen und abwägen. Weil wir grundsätzlich auch die Aufgabe haben, Meinungen zu schützen, die uns nicht gefallen - solange sie zulässig sind. Jeder gelöschte Inhalt ist auch ein Einschnitt in die Meinungsfreiheit des Einzelnen. Es gilt immer wieder offen zu diskutieren, was auf der einen Seite von der Meinungsfreiheit gedeckt sei und von einer funktionierenden Demokratie ausgehalten werden und was auf der anderen Seite zum Schutz unsere Verfassung untersagt werden muss - und welche Rolle die Medienregulierung dabei einnehmen soll.“

Foto: Ralf Graner Photodesign

PD Dr. Jan-Hinrik Schmidt
Forschunginstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Standort Hamburg,
Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut

"Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist aktuell häufig Thema in öffentlichen Debatten. Oft wird dabei das Bild vermittelt, unsere Gesellschaft sei gespaltener, als sie tatsächlich ist. Zwar gibt es kleine Teile der Gesellschaft, die das Vertrauen in öffentliche Institutionen, Medien und Politik verloren haben, die eine andere Gesellschaft wollen und vielleicht sogar autoritäre Vorstellungen haben. Es bleibt wichtig, diese Stimmung in der öffentlichen Debatte ernst zu nehmen, ihr aber wissenschaftliche Fakten entgegenzusetzen, und darauf hinzuweisen, dass es sich eben nur um einen kleinen Teil der Gesellschaft handelt. In solchen Kontexten kann das FGZ mit seiner wissenschaftlichen Expertise einen Beitrag leisten."

Foto: David Ausserhofer


Ablauf

Programm
13.30 Uhr

Begrüßung

Michaela Beck
Handelskammer Hamburg

Eva-Maria Sommer
Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH)

13.45 Uhr

Einführung des Moderators

PD Dr. Jan-Hinrik Schmidt
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Standort Hamburg, Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut

Teil I

Impulse - was verändert sich gerade und inwiefern betrifft dies die Grundfesten der Medienordnung?

13.50 - 14.10 Uhr

Polarisierungsdynamiken und Kommunikationsstrategien rechter Akteure in sozialen Medien

Jan Rau
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Standort Hamburg, Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut

14.10 - 14.30 Uhr

Herausforderungen aus Sicht der Medienregulierung
Prof. Dr. Eva Ellen Wagner
Juristische Fakultät, Universität Augsburg

14.30 - 14.50 Uhr

Vor welchen Aufgaben und Herausforderungen steht der Journalismus?

Prof. Dr. Barbara Hans
Institut für Kultur- und Medienmanagement, Hochschule für Musik und Theater Hamburg
14.50 - 15.10 Uhr

Was können, was dürfen die Medienanstalten im Hinblick auf die Entfernung von demokratiefeindlichen Inhalten?

Eva-Maria Sommer
Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH)

15.10 - 15.30 Uhr

Nachfragen via Slido

15.30 - 16.00 Uhr Kaffeepause
Teil II

Podiumsdiskussion - wie reagieren gesellschaftliche Akteure in unterschiedlichen Öffentlichkeiten auf die Herausforderungen?

16.00 - 17.15 Uhr

Auf dem Podium

Martin Fuchs
Politikberater, Blogger, Speaker

Vanessa Bitter
dpa, #UseTheNews

Hendrik Lünenborg
Direktor des Landesfunkhauses Hamburg, NDR

Tim Klaws
Public Policy and Government Relations, TikTok

Moderation
Anna von Garmissen

17.15 - 17.30 Uhr

Abschluss

PD Dr. Jan-Hinrik Schmidt

17.30 Uhr

Ausklang
auf der Dachterrasse der Handelskammer

Referent:innen

Das 14. Hamburger Mediensymposium wurde veranstaltet von der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH), dem Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI), dem Standort Hamburg des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) und der Handelskammer Hamburg.