Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Hamburger Medien- und Kreativwirtschaft

Die Handelskammer Hamburg hat die Ergebnisse einer Konjunkturumfrage in der Hamburger Medien- und Kreativwirtschaft veröffentlicht. Kernergebnisse: Die Rundfunkwirtschaft der Hansestadt ist mit dem Standort wie auch mit ihrer aktuellen Geschäftslage sehr zufrieden. Größte Herausforderungen sind die digitale Infrastruktur und - mit Blick auf den digitalen Wandel - die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

An der Umfrage haben 274 Unternehmen aus der Medien- und Kreativbranche (Film, Musik, Werbung, Rundfunk) teilgenommen.

Konjunktur- und Beschäftigungsumfrage der Medien- und Kreativwirtschaft 2018/19

1) Eckdaten der Umfrage

  • Erhebungszeitraum: 14. Dezember 2018 – 13. Januar 2019, parallel zur Konjunkturumfrage für die Gesamtwirtschaft
  • Teilnehmer: 274 Unternehmen der Medien- und Kreativwirtschaft.
  • In der Film-, Musik-, Werbe- und Rundfunkwirtschaft gab es mehr als 30 Rückmeldungen, bzw. Antworten von einer Mehrzahl der Unternehmen der Branche, so dass die statistische Valididät bei der Betrachtung der Einzelauswertung für die Branche gegeben ist.
  • Partner: Hamburg Kreativ Gesellschaft, Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft, nextMedia.Hamburg, Gamecity:Hamburg, designxport, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein, Rockcity Hamburg und Verband Deutscher Zeitschriftenverleger.

2) Kernaussagen

  • Die Medien- und Kreativwirtschaft folgt der Gesamtwirtschaft in der Einschätzung einer positiven bis sehr positiven Geschäftslage und blickt ebenfalls positiv in die Zukunft. Die Musikwirtschaft sieht die Geschäftslage überdurchschnittlich positiv.
  • Gut 70 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sich ihr Personalbedarf nicht verändern werde. Im Saldo soll jedoch tendenziell eher eingestellt werden. Dabei liegt der Fokus auf Fachkräften im Bereich Kreativberufe und technische Berufe.
  • In der Medienwirtschaft suchen aktuell 35 Prozent der Unternehmen nach Personal. Im Vergleich dazu gaben im 3. Quartal 2018 79 Prozent der Unternehmen der Hamburger Gesamtwirtschaft an, nach Personal zu suchen. Die Hälfte der Medien- und Kreativunternehmen, die Personal suchen, gab an, Schwierigkeiten zu haben, geeignetes Personal zu finden.
  • Das größte Geschäftsrisiko sehen die Unternehmen der Medien- und Kreativbranche in der Inlandsnachfrage (55,7 Prozent). Dahinter rangieren die Arbeitskosten (31,1 Prozent) sowie die digitale Infrastruktur (28,9 Prozent). Rechnet man die Werte der Angaben für „verfügbarer Wohnraum“ und „verfügbarer Geschäftsraum“ zusammen, erreicht dieses Geschäftsrisiko ebenfalls knapp 29,4 Prozent. Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft ergeben sich insbesondere beim Fachkräftemangel große Unterschiede in der Einschätzung von fast 40 Prozentpunkten.
  • Bezogen auf die digitale Transformation ist die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle die größte Herausforderung für die Medien- und Kreativwirtschaft.
  • Rund 78 Prozent der Medien- und Kreativunternehmen finden den Standort Hamburg attraktiv (37,5 Prozent) bis sehr attraktiv (39,6 Prozent).

    In Kürze: Die Unternehmen finden den Standort attraktiv und blicken insgesamt positiv auf ihre wirtschaftliche Lage. Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft hat die Medien- und Kreativwirtschaft aktuell deutlich geringere Fachkräftesorgen. Bedarf besteht vor allem im Bereich technisch-kreativer Spezialist*innen. Als große Herausforderung in der sich digitalisierenden Welt gilt die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

3) Ergebnisse im Detail

  1. Aktuelle Geschäftslage
    Fast 40 Prozent der Unternehmen sprechen von einer guten gegenwärtigen. Nur 16 Prozent der Unternehmen sprechen von einer schlechten Geschäftslage. Damit liegt der Saldo der Antworten bei plus 24. Die Gesamtwirtschaft saldiert auf 28 Prozentpunkte und damit nur leicht positiver.
    Die Werbewirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Musikwirtschaft schauen im Saldo überdurchschnittlich positiv auf die aktuelle Geschäftslage. Die Filmbranche, unterdurchschnittlich.

  2. Ertragslage in 2018
    Die Erträge der Branche gegenüber dem Vorjahreszeitraum saldieren positiv auf plus 2,9 Prozentpunkte. In der Gesamtwirtschaft liegt dieser Wert vergleichbar bei 2,7 Prozentpunkten. Die Musikwirtschaft gibt mit einem Saldo von 32 Prozentpunkten eine weit überdurchschnittlich positive Ertragslage an, die Werbewirtschaft mit 13 Prozentpunkten ebenfalls. In der Film- und Rundfunkbranche überwiegt die Einschätzung, dass sich die Ertragslage verschlechterte hat. Bei der Filmbranche mit einem Saldo von -9 Prozentpunkten, bei der Rundfunkwirtschat -6 Prozentpunkten.

  3. Künftige Geschäftslage
    Mehrheitlich erwartet die Medien- und Kreativbranche für die kommenden zwölf Monate eine stabile Geschäftslage (53 Prozent). Die Gesamtwirtschaft saldiert bei dieser Frage auf 5 Prozentpunkte, die Medien- und Kreativwirtschaft auf 3 Prozentpunkte etwas schwächer positiv. Film-, Musik-, und Werbewirtschaft beurteilen die künftige Geschäftslage überdurchschnittlich gut, die Rundfunkwirtschaft mit -6 Prozentpunkten deutlich schlechter.

  4. Beschäftigtenanzahl
    Auf die Frage, wie sich die Anzahl der Beschäftigten in den kommenden zwölf Monaten verändern werde, gaben mit über 71 Prozent die meisten Unternehmen an, dass der Personalbedarf stabil bleibe. Insgesamt steigt der Personalbedarf im Saldo jedoch um 11 Prozentpunkte.
    Bei der Film-, Werbe- und Rundfunkwirtschaft liegt das Saldo der Beschäftigtenentwicklung unter dem Durchschnitt, bei der Werbewirtschaft mit über 15 Prozentpunkten deutlich über dem Durchschnitt. Gefragt nach der Art der gesuchten Arbeitskräfte, sahen die Unternehmen einen besonders starken Anstieg bei Fachleuten im kreativen (38 Prozent) und technischen (35 Prozent) Bereich.

  5. Offene Stellen
    In der Medienwirtschaft suchen aktuell 35 Prozent der Unternehmen nach Personal. Im Vergleich dazu gaben im 3. Quartal 2018 79 Prozent der Unternehmen der Gesamtwirtschaft an, nach Personal zu suchen. Die Hälfte der Medien- und Kreativunternehmen, die Personal suchen, gab an, Schwierigkeiten zu haben, geeignetes Personal zu finden.
    Den wenigsten Personalbedarf hat die Musikwirtschaft mit 20 Prozent, die größten Probleme beim Finden von Personal haben die Werbe- und Rundfunkwirtschaft.

    Geschäftsrisiken (Mehrfachnennung möglich)
    Das größte Geschäftsrisiko sehen die Unternehmen der Medien- und Kreativbranche in der Inlandsnachfrage (55,7 Prozent). Dahinter rangieren die Arbeitskosten (31,1 Prozent) sowie die digitale Infrastruktur (28,9 Prozent). Rechnet man die Werte der Angaben für „verfügbarer Wohnraum“ und „verfügbarer Geschäftsraum“ zusammen, erreicht dieses Geschäftsrisiko ebenfalls knapp 29,4 Prozent. Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft ergeben sich insbesondere beim Fachkräftemangel große Unterschiede in der Einschätzung von fast 40 Prozentpunkten. Im Vergleich zu den anderen Teilbranchen stellt die Auslandsnachfrage darüber hinaus ein hohes Risiko (26 Prozent) für die Musikwirtschaft dar. Die Filmwirtschaft betont das Risiko der Finanzierung überdurchschnittlich (49 Prozent). Die Werbewirtschaft sieht das Risiko in der digitalen Infrastruktur (34 Prozent) sowie in wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (31 Prozent), die Rundfunkwirtschaft ebenfalls in der digitalen Infrastruktur (47 Prozent).

  6. Digitalisierung
    Die Herausforderungen bei der Digitalisierung verteilen sich den Aussagen der Unternehmen nach relativ gleichmäßig auf die drei Felder „Prozesse“, „Qualifikation“ und „Geschäftsmodell“. Saldiert man die positiven und negativen Ausschläge bei „Qualifikation“, erhält man einen Ausschlag von 10 Prozentpunkten in Richtung großer Probleme. Bei „Prozessen“ sind es 19 Prozentpunkte, bei „Geschäftsmodell“ 24 Prozentpunkte. Das Geschäftsmodell scheint insgesamt daher die größte Herausforderung darzustellen.

  7. Standortzufriedenheit
    40 Prozent der Unternehmen sind der Meinung, dass Hamburg ein sehr attraktiver Standort ist. Weitere 38 Prozent halten Hamburg für eher attraktiv. Der Saldo aller positiven und negativen Antworten ergibt 71 Prozentpunkte im positiven Bereich. Die Werbewirtschaft und Rundfunkwirtschaft haben insgesamt die höchste Wertung für den Standort abgegeben (jeweils Saldo 83 Prozentpunkte).

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Präsentation: Konjunktur- und Beschäftigungsumfrage der Medien- und Kreativwirtschaft

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